Presseaussendung von atomstopp_oberoesterreich am 21.03.2017

atomstopp: Feier zu den Römischen Verträgen – EURATOM wird totgeschwiegen
Kanzler Kern muss die Folgen der "mächtigen europäischen Atomindustrie" thematisieren

Während die Europäische Union am kommenden Samstag mit großem Aufgebot antritt, die 60 Jahre alten Römischen Verträge zu feiern, schämt man sich offensichtlich einer Jubilarin, nämlich der Europäischen Atomgemeinschaft EURATOM, so sehr, dass ihr Vertrag totgeschwiegen werden muss, um sich die Feierlaune nicht zu verderben. Anders ist es kaum zu erklären, dass EURATOM auf keiner der offiziellen Seiten zum 60-Jahr-Jubiläum Erwähnung findet - siehe https://europa.eu/european-union/eu60_de oder http://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2017/03/15-tusk-invitation-letter-60-anniversary-rome/

"Wir können zwar nachvollziehen, dass EURATOM absolut keinen Grund zum stolz Sein darstellt – immerhin wurde mit EURATOM und ihrem in der Präambel festgesetzten Ziel, "[...] die Voraussetzungen zu schaffen für den raschen Aufbau einer mächtigen europäischen Atomindustrie [...]" der Grundstein für viele, nicht länger hinnehmbare Gefahrenpotenziale gelegt – darüber aber einfach unreflektiert hinwegzuschauen ist zu wenig!“, so Gabriele Schweiger und Roland Egger, Sprecher von atomstopp_oberoesterreich.

"Die Europäische Union ist mehr denn je aufgefordert, sich den Folgen dieser mächtigen europäischen Atomindustrie zu stellen: Die Frage der sicheren Endlagerung der hochradioaktiven Abfälle für eine Million Jahre ist völlig offen, die Frage einer umfassenden und der Schadenshöhe bei Atomunfällen angemessenen Haftpflicht für AKW-Betreiber ist ungeklärt, wettbewerbsverzerrende Subventionen für die Atomindustrie belasten die europaweite Energiewende!", so Schweiger und Egger weiter.

"Wir fordern unseren Bundeskanzler Kern dringend auf, sich an der Totschweigetaktik nicht zu beteiligen, sondern EURATOM beim Treffen der Regierungschefs beherzt und deutlich anzusprechen. Kanzler Kern muss klarstellen, dass 60 Jahre Privilegien, Förderung und Schutz für die Atomindustrie zu enormen Problemen geführt haben, die noch viele Generationen nach uns beschäftigen werden. Ein wirklich guter Plan für Europa muss die Auflösung von EURATOM beinhalten, um noch mehr Schaden abzuwenden! Der 60. Jahrestag der Gründung wäre ein idealer Zeitpunkt, den ausgedienten Vertrag in den Ruhestand zu schicken!", so Schweiger und Egger abschließend.

Weitere Informationen:
Gabriele Schweiger +43 680 33 33 625
Roland Egger +43 680 23 93 019

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