Presseaussendung von atomstopp_oberoesterreich am 24.11.2016

atomstopp: Schweiz stimmt über nationale Energiezukunft ab
Ende für Atomabhängigkeitsfalle greifbar!

"Mit großer Spannung schauen wir diesen Sonntag auf unser westliches Nachbarland, wenn die schweizerische Bevölkerung aufgerufen ist, über ihre Energiezukunft abzustimmen. Aus Sicht von atomstopp wäre es ein wichtiges und für ganz Europa signalgebendes Zeichen, wenn die ‚Initiative für einen geordneten Ausstieg aus der Atomenergie‘ das nötige Votum erreicht. Gewinnt die 'Atomausstiegs-Initiative', so gewinnt auch die Schweiz selber, weil sich die Wirtschaft endlich aus der Atomabhängigkeitsfalle befreien kann!", so Gabriele Schweiger und Roland Egger, Sprecher von atomstopp_oberoesterreich.

"Will man das Energiekonzept erfolgreich auf Erneuerbare umstellen, so braucht es natürlich Anreize. Schließlich wurde auch die Atomenergie ausschließlich auf Grund jahrzehntelanger, offener und verdeckter Höchstsubventionierung so groß, wie sie heute ist.", werfen Schweiger und Egger ein.

"Es kann für einen wirtschaftlich optimal aufgestellten Staat wie die Schweiz kein Problem darstellen, eine früher oder später sowieso nötige Energiewende zügig umzusetzen! Sowohl Wirtschaft als auch Gesellschaft brauchen dafür aber klare, ultimative Ansagen, um entsprechend stimuliert zu werden. Eine halbherzige, wie von Bundesrat und Regierung beschlossene Abkehr von der Atomkraft ohne konkrete Abschaltungsdaten ist hierfür jedoch genau gar nicht geeignet!", kritisieren Schweiger und Egger die derzeitige Energiestrategie.

Die Schweizerische Energiestrategie 2050 enthält neben des Fehlens konkreter Abschalttermine auch ein weiteres befremdliches Detail. So ist die Erlaubnis für verlängerten Weiterbetrieb von Atomanlagen definiert mit 'solange sie sicher sind'.

"Das heißt im Umkehrschluss, ein Meiler darf laufen, bis er sich als unsicher erweist! Diese Taktik ist Hasard in Reinkultur und das glatte Gegenteil einer glaubwürdigen, verantwortungsvollen politischen Positionierung! Bundesrat und Regierung entlarven sich mit diesem Konsens als Handlanger einer Industrie, die es gewohnt ist, auf hoher Risikostufe zu agieren! Nicht auszudenken, wohin ein Ausreizen der Sicherheitsmargen bei einem alten AKW führen kann!", warnen Schweiger und Egger.

"Wir wünschen unseren Kolleg_innen viel Erfolg für das weittragende Referendum, denn die Schweizerischen Bürgerinnen und Bürger können am Sonntag zweierlei entscheiden: Einerseits ob sie noch über Jahrzehnte hinweg mit der ständig wachsenden Gefahr eines Reaktorunfalls leben wollen. Und andrerseits wird das Ergebnis richtungsweisend sein, ob die Schweiz zu den ersten gehören wird, die eine neue Energiezukunft zu denken und zu realisieren bereit sind – oder zu den letzten, die noch verbissen am Atomtropf hängenbleiben!", so Schweiger und Egger abschließend.

Weitere Hinweise:
Gabriele Schweiger +43680/33 33 625
Roland Egger +43680/23 93 019

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